
AltersvorsorgeFinanzielle Unabhängigkeit im Alter
Stand: Januar 2026
Was denken Sie: Wie viel Rente werden Sie einmal erhalten? Und was können Sie sich für die Summe monatlich leisten? Die Mehrheit der Bevölkerung schätzt die Höhe der späteren Rente zu hoch ein. Jeder Vierte sogar um mehr als 50 %. Dabei liegen Wunschrente und Realität meist weit auseinander.
Die Durchschnittsrente liegt bei etwa 1.100 Euro brutto. Die Durchschnittsrente nach mindestens 45 Jahren Beitragszeit liegt bei etwa 1.670 Euro brutto. Von diesem Betrag werden jedoch noch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie ggf. Steuern fällig.
Das deutsche Rentensystem: Drei Schichten zur individuellen Vorsorge
Unser System der Altersvorsorge baut auf drei Schichten auf. Jede davon trägt ihren Teil zur Absicherung im Alter bei und wird unterschiedlich gefördert und steuerlich behandelt.
Schicht 1 – Basisvorsorge
Gesetzliche Rentenversicherung, berufsständische Versorgungswerke, Basis-Rente
Schicht 2 – Ergänzende erwerbsbasierende Zusatzvorsorge
Riester-Rente, betriebliche Altersversorgung (Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds)
Schicht 3 – Private Vorsorge
private Rentenversicherung, Kapitalversicherung
Der Generationenvertrag der gesetzlichen Rentenversicherung
Niemand hat ihn eigenhändig unterzeichnet und dennoch gilt er für alle: Der Generationenvertrag der Gesetzlichen Rentenversicherung. Gemeint ist damit das Umlageverfahren, auf dem unser Rentensystem beruht. Vereinfacht kann man sagen: Die monatlichen Einnahmen der Rentenversicherung werden an die aktuelle Rentnergeneration ausgezahlt. So stützt und unterstützt die Generation, die im Berufsleben steht, die Generation, die sich im Ruhestand befindet.
Das Prinzip funktioniert nur so lange gut, wie die Einnahmen der Rentenkasse nicht unter die monatlichen Auszahlungen sinken, also mehr Beiträge durch sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer und Unternehmen in den „Rententopf“ eingezahlt werden, als Rentenbezieher Geld aus diesem Topf erhalten.
Warum funktioniert der Generationenvertrag langfristig nicht (mehr)?
- Die Lebenserwartung steigt. Damit verlängert sich die Rentenbezugsdauer, wodurch die finanzielle Gesamtleistung je Rentner ebenfalls steigt.
- Die Geburtenrate sinkt. Es gibt immer weniger Neugeborene und folglich auch weniger Beitragszahler.
- Das Wirtschaftswachstum ist zu gering. Dadurch fließen der Gesetzlichen Rentenversicherung zu wenig Beiträge zu.
Demographischer Wandel in Deutschland

Die Folge des demographischen Wandels: Es gibt immer weniger junge Bürger, die in die Rentenversicherung einzahlen und gleichzeitig immer mehr Rentner, die Leistungen beziehen. Dies führt wiederum dazu, dass für künftige Rentner weniger Geld zur Verfügung steht und somit auch weniger Rente je Rentner ausgezahlt werden kann.
Bildquelle: Statistisches Bundesamt
Schützen Sie sich vor der Rentenlücke
Zusätzliche Vorsorge ist heute also wichtiger denn je. Daran zweifelt niemand mehr, wenn er sich die Situation der gesetzlichen Rentenversicherung vor Augen führt. Die Probleme der gesetzlichen Rentenversicherung werden viel diskutiert und es ist hinlänglich bekannt, dass die staatliche Absicherung bei Weitem nicht ausreicht, um im Ruhestand den gewohnten Lebensstandard halten zu können. Jeder ist beim Thema Altersvorsorge selbst für seine Zukunft verantwortlich und darf sich nicht allein auf staatliche Fürsorge verlassen.
Wie wichtig zusätzliche Vorsorge ist, verdeutlicht auch die Renteninformation, die Arbeitnehmer in regelmäßigen Abständen erhalten. Die Deutsche Rentenversicherung rät darin ausdrücklich zur zusätzlichen Privatvorsorge. Denn wer sich ausschließlich auf die gesetzliche Rente verlässt, muss sehen, wie er als Rentner „über die Runden kommt“. Eine einfache Musterberechnung verdeutlicht die Situation. Ein Angestellter mit einem Bruttoeinkommen von 4.000 Euro im Monat hat netto etwa 2.600 Euro zur Verfügung. Geschätzt wird er etwa 1.450 Euro Rente netto erhalten. Die Haushaltskasse weist also einen monatlichen Fehlbetrag von 1.150 Euro auf.
Muster einer Renteninformation

Quelle: Deutsche Rentenversicherung Bund


Durch die Inflation wird die Rentenlücke aber im Laufe der Zeit sogar noch größer. Bei 2 % Inflationsrate pro Jahr beträgt die Lücke nach 30 Jahren bereits 2.083 Euro!
Wieviel muss ich zurücklegen?
Das beste Rezept ist, sich möglichst schon in jungen Jahren um seine Altersvorsorge zu kümmern. Wer dieses Thema lange vor sich herschiebt, tut sich selber keinen Gefallen. Die Versorgungslücke wird jährlich größer. Wer sich schon mit 20 um seine Altersvorsorge kümmert, muss nur einen Bruchteil dessen sparen, was ein 40-Jähriger zurücklegen muss, um einmal die gleiche Zusatzrente zu beziehen (Stichwort: Zinseszinseffekt).

Nötige monatliche Sparrate bei 4 % Guthabenverzinsung und 2 % Inflationsrate. Der Wert in Klammern in der Tabelle gibt die geschätzte Höhe der lebenslangen Zusatzrente bei 2 % jährlicher Inflationsrate an.
Lesebeispiel
Sie wollen eine Rentenlücke in Höhe von 500 € schließen bzw. eine Zusatzrente in dieser Höhe erhalten und gehen in 30 Jahren in Rente. Dafür müssen Sie monatlich 314 € sparen. Sie erhalten voraussichtlich eine Zusatzrente in Höhe von 906 €, was bei 2 % jährlicher Inflationsrate einer heutigen Kaufkraft von 500 € entspricht.
Möglichkeiten zusätzlicher Altersvorsorge
Private Rentenversicherung
Ab Versicherungsbeginn zahlen Sie z. B. monatlich einen festgelegten Betrag ein. Die Höhe kann angepasst werden. Zum Rentenbeginn erhalten Sie eine lebenslange monatliche Rente. Oftmals können Sie zum Rentenbeginn auch eine Kapitalauszahlung wählen.
Verfügen Sie über einen größeren Betrag, können Sie diesen als Einmalzahlung in einer Rentenversicherung anlegen. Sie erhalten dann sofort oder nach einer festgelegten Wartezeit eine lebenslange monatliche Rente.
Riester-Rente
Die Besonderheit bei der Riester-Rente ist die staatliche Förderung: Sie zahlen in Abhängigkeit von Ihrem Einkommen einen bestimmten Betrag ein und der Staat beteiligt sich über Zulagen (Grundzulage, Kinderzulage) an Ihrem Riester-Vertrag.
Basis-Rente
Eine weitere staatlich geförderte Form der Altersvorsorge ist die Basis-Rente, auch „Rürup“-Rente genannt. Die Vorteile sind die steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge, sowie die Möglichkeit flexibler Zuzahlungen.
Betriebliche Altersvorsorge
Die am meisten verbreitete Form der betrieblichen Vorsorge ist die Direktversicherung. Dabei schließt der Arbeitgeber als Versicherungsnehmer für seinen Mitarbeiter einen Versicherungsvertrag ab. Die Finanzierung dieses Vertrages erfolgt entweder durch eine Entgeltumwandlung oder durch Beiträge des Arbeitgebers. Aber auch andere Formen sind in Abstimmung mit dem Arbeitgeber möglich.
Entgeltumwandlung
Innerhalb bestimmter Grenzen können Beiträge steuerfrei in eine Direktversicherung eingezahlt werden. Die Beiträge werden vom Bruttogehalt abgezogen. Sie wirken also steuermindernd. Zudem sind Ersparnisse bei den Sozialversicherungsbeiträgen möglich.
Direktzusage vom Arbeitgeber
Erteilt der Arbeitgeber eine Direktzusage, kann er die Versicherungsbeiträge, die er für die Mitarbeiter einzahlt, als Betriebsausgaben geltend machen.
Drei Schichten der Altersvorsorge im Überblick
Vorteile
- Staatliche Sicherheit
- Generationenvertrag
Nachteile
- Rentenhöhe tendenziell fallend
Ansparphase
Auszahlungsphase
Vorteile
- Beiträge sind ab dem ersten Euro zu 100 % bis zum Höchstbetrag von 30.826 € (61.652 € bei Ehepaaren) in 2026 steuerlich absetzbar
- Hohe Flexibilität, da „Auffüllen“ bis zum Höchstbetrag jederzeit möglich
- Während der Ansparphase geschützt vor Pfändung sowie bei Bezug von Grundsicherung
Nachteile
- Das eingezahlte Kapital kann im Todesfall nicht beliebig vererbt werden; meist ist ein Hinterbliebenenschutz und eine Rentengarantiezeit einschließbar
- Kein Kapitalwahlrecht bei der Auszahlung
- Nicht beleihbar
- Rente frühestens ab 62 Lj. möglich
Vorteile
- Staatliche Sicherheit
- Generationenvertrag
Nachteile
- Rentenhöhe tendenziell fallend
Vor- und Nachteile der einzelnen Anlageformen
Klassisch, konventionelle Überschussverwendung
Vorteile
- Garantierter Ablaufwert bzw. garantierte Rente
- Garantierte Rückkaufswerte
- Garantierte Verzinsung (bei Neuabschluss: 1,0 % p. a.)
- Strenge Kapitalanlagevorschriften, überwacht durch die BaFin
- Zusätzlich erzielte Überschüsse sind für die Zukunft garantiert
- Schutz vor Insolvenz des Versicherers (Sicherungsfonds)
Nachteile
- Garantiezins relativ niedrig
- Künftige Überschüsse können sinken
- Kein Einfluss auf die Kapitalanlage
Klassisch, konventionelle Überschussverwendung (modernisiert)
Vorteile
- Wie oben, jedoch mit erhöhter Überschussbeteiligung anstelle einer garantierten Verzinsung mit dem Höchstrechnungszins
Nachteile
- Wie oben, nur ohne Garantiezins
Klassisch, Überschussverwendung Indexpartizipation
Vorteile
- Bruttobeitragsgarantie bzw. garantierte Mindestrente
- Keine garantierte Verzinsung i. H. v. 1,0 % p. a., erzielte Überschüsse werden in eine Indexpartizipation investiert
- Negative Wertentwicklung ist dabei ausgeschlossen
- Leicht höhere Renditechancen im Vergleich zu konventionellen klassischen Garantieprodukten
- Erzielte Wertsteigerungen sind für die Zukunft garantiert
- Schutz vor Insolvenz des Versicherers (Sicherungsfonds)
Nachteile
- Je Indexperiode ist auch eine Nullrendite möglich
- Allenfalls geringer Einfluss auf die Kapitalanlage möglich
Angelsächsische Versicherer: Unitised-With-Profit-Fonds (UWP-Fonds)
Vorteile
- Garantierter Ablaufwert bzw. garantierte Rente
- Ein jährlich bestimmter Anteil der positiven Wertentwicklungen ist für die Zukunft garantiert
- Liberalere Kapitalanlagevorschriften ermöglichen höhere Renditechancen als bei Garantieprodukten deutscher Versicherer
- Höhere Renditechancen auch in der Rentenphase, da das Vertragsguthaben weiter fondsförmig angelegt bleibt
Nachteile
- Garantiezins relativ niedrig
- Künftige Zuteilungen bei positiver Wertentwicklung können sinken
- Kein Einfluss auf die Kapitalanlage
- Gerichtsstand ist meist im Ausland
- Kein Schutz vor Insolvenz durch den Sicherungsfonds
Fondsgebunden, mit Garantie (Mehrtopf-Hybridprodukte, iCPPI-Produkte)
Vorteile
- Teilweise oder vollständige Beitragsgarantie bzw. garantierte Mindestrente
- Kapital, das nicht zur Sicherstellung der Garantie benötigt wird, wird in freie Fondsanlage investiert
- Durch Fondsauswahl in der freien Fondsanlage aktive Einflussnahme auf die Kapitalanlage möglich
- Bei chancenreicher Fondsauswahl deutlich höhere Renditechancen im Vergleich zu klassischen Garantieprodukten
- Keine Ausgabeaufschläge, kostenlose Fondswechsel möglich
- Fondstransaktionen innerhalb der Police sind steuerneutral
Nachteile
- Negative Wertentwicklung nicht ausgeschlossen (schlimmstenfalls greifen aber Beitragsgarantie bzw. garantierte Mindestrente)
- Einfluss auf Kapitalanlage begrenzt, da Teil des Guthabens im Sicherungsvermögen und/oder im Wertsicherungsfonds angelegt wird
- Komplexe Produktarchitektur und möglicherweise höheren Kosten
- Nach Rentenbeginn in der Regel vollständig klassische Kapitalanlage
Fondsgebunden, ohne Garantie
Vorteile
- Garantierter Rentenfaktor (besonders relevant in der Basisrente)
- Aktive Einflussnahme auf die Kapitalanlage möglich
- Bereits zum Vertragsbeginn ist eine Aktienquote von bis zu 100 % möglich
- Bei chancenreicher Fondsauswahl deutlich höhere Renditechancen im Vergleich zu sämtlichen Garantieprodukten
- Keine Ausgabeaufschläge, kostenlose Fondswechsel möglich
- Fondstransaktionen innerhalb der Police sind steuerneutral
Nachteile
- Negative Wertentwicklung nicht ausgeschlossen, theoretisch ist auch ein Totalverlust möglich
- Nach Rentenbeginn in der Regel vollständig klassische Kapitalanlage
Positionierung unterschiedlicher Vorsorgeprodukte

Dieses Druckstück dient nur der vorläufigen Information und ist eine unverbindliche Orientierungshilfe. Weder die VEMA eG noch der genannte Versicherungsmakler übernehmen eine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Informationen. Diese Sparteninformation dient ausschließlich der allgemeinen Information über eine Versicherung und mögliche Leistungs- und Schadensfälle.
